Verlag für eine weitreichende Veröffentlichung gesucht
Kontakt bitte unter info@seeinglastsupper.comAuszug aus Einleitung V 2.0-2010
'Oh möge es Gott gefällig sein, mich die Psychologie der Gewohnheiten des Menschen ebenso erläutern zu lassen, wie ich seinen Körper beschrieben habe' schreibt Leonardo da Vinci in seinen Notizbüchern. Als Psychologe ist Leonardo nur bedingt in die Geschichte eingegangen, vielmehr als Maler rätselhafter und vieldeutiger Bilder, neben allen anderen sagenhaften Errungenschaften in den unterschiedlichsten Dispziplinen einer neuen Geburt der Wissenschaft. Aber seine Aphorismen, Aufzeichnungen und Notizen zeigen, dass er über die äußere Erscheinung der Psychosomatik tief in die Charakterlichkeit des Menschen geblickt hat. 'Wenn Du spazieren gehst, bemühe Dich, Körperhaltungen und Bewegung anderer Menschen zu beobachten, wärend sie reden, streiten, lachen oder raufen, ihre eigenen Bewegungen und die ihrer Partner oder der Passanten. Und halte sie mit ein paar Strichen in einem Notizbuch fest, das du immer bei dir halten solltest.' Aber wir wissen heute, keine seiner Beobachtungen und Erkenntnisse blieb ohne Struktur. Allein, es fehlt ein Werk, dass uns die Großartigkeit seiner Einsichten zum psycholgischen Ist des Menschen so nahe bringt, dass wir es verstehen können, wie seine unzähligen Erfindungen und Darstellungen technischer, biologischer und natürlicher Zusammenhänge. So ist auch das 'Letzte Abendmahl', sein bedeutendstes malerisches Werk neben der Mona Lisa, bis heute in der Wahrnehmung eine ungerichtete dramaturgische Szene geblieben, die bestenfalls spekulative Kontroversen auszulösen in der Lage gewesen ist. Ich behaupte nun, das Gegenteil ist der Fall: das 'Letzte Abendmahl' ist eine unglaublich informelle Verdichtung eines menschlichen Weltbildes unserer christlich abendländischen Kultur. In der Offenlegung struktureller Codes und der Identifikation von kulturellen Archetypen in einer Bedeutungsmatrix erschließt sich Leonardos Sicht des Menschen und der Menschheit als organistisches Gebilde. In einzigartiger Form hat Leonardo da Vinci eine Komprimierung strategischer Befindlichkeiten positioniert, gegenüber gestellt und miteinander verwoben: im Ergebnis ein Organigramm psychologisch, soziologischer Natur mit unendlich vielen Einzelaussagen, die sich in der sprachlichen Übersetzung in der kleinsten Form wiederfinden. Ein Meisterwerk der Didaktik, des Dialogs und der integrativen Wahrnehmung. Ein unschätzbarer kultureller Schatz des warscheinlich wirklich einzigen, ersten und letzten Menschen Universalis Leonardo da Vinci.
copyricht C 2010 jo. schroeder
